Der Strand war wie ausgestorben. Alle Touristen schienen sich auf dem Festa di San Bartolom, dem traditionellen Inselfest auf Lampedusa, zu tummeln.
Barfuß ging ich durch den warmen Sand und sah auf das Meer. Meine Augen machten einen winzigen Punkt auf dem Meer aus, das musste Lampione sein, die Nachbarinsel. Seicht schlug eine Welle an den Strand, kleine Schaumkrönchen bildeten sich auf dem Wasser. Ich blieb stehen, und die nächste Welle umspülte meine Füße. Es kitzelte ein wenig, als das Wasser zurückwich und den Sand unter meinen nackten Füßen wegspülte. Lange stand ich dort, ließ meinen Körper die letzten Sonnenstrahlen aufsaugen und hoffte sehr, einen Delfin aus der Nähe zu sehen.
Dum dum, vernahm ich aus der Ferne. Dum dum. Die Sonne stand bereits tief und wollte bald im Meer versinken. Blutrot, und eingehüllt in einen zarten Wolkenschleier sank sie mit jeder Minute ein wenig tiefer.
Dum dum, klang es wieder, dum dum. Der Wind trug den Klang einer Trommel zu mir herüber und vermischte ihn mit dem Kreischen einer Möwe. Mein Blick wanderte zu den Klippen. Von dort musste das Trommeln kommen.
Ich zögerte einen Moment, doch fühlte ich mich von diesem Klang magisch angezogen und ging langsam zu den Felsen hinüber. Weiß und mächtig ragten sie aus der Insel heraus. Meine Füße sanken tief im Sand ein, je weiter ich mich vom Wasser entfernte. Das 'dum dum' wurde lauter. Das Meer klatschte an die Felsen. Und dann sah ich ihn. Eingerahmt von riesigen Steinbrocken saß er in der winzig kleinen Bucht auf einem weißen Stein. Den Oberkörper sonnengebräunt, und nur mit einer roten Shorts bekleidet, hielt er eine afrikanische Trommel ...
... diese Geschichte wird demnächst in der Anthologie "Fernweh" beim Wendepunkt-Verlag veröffentlicht. Sobald sie erhältlich ist, gibt es hier weitere Informationen.